Die glorreiche Befreiung Fornosts I
Aus dem Leben von Thorgrom
Geschrieben von: Markus   
Montag, 21. April 2008 14:15

Wächter Thorgrom (mitlerweile 46) findet Gefallen an Instanzen. Nachdem schon das große Hügelgrab und mittlerweile auch mehrfach Ivar und die Rote Maid unter seiner Axt fielen steht als nächstes Fornost an. Ihm zur Seite stehen Jägerin Gimwen (46), Barde Khazador (38) und Hauptmann Leondir (36). Lest hier den ersten Teil seines Berichts mit vielen bunten Bildern.

"Warum gerade die Nase? Warum, allmächtiger Mahal, musstest du mich ausgerechnet mit einer so stattlichen Nase beschenken?" Zwergennasen sind sowieso schon empfindlich. Wenn man den größeren Teil seines Lebens im und unter dem Fels zubringt - und in einer ordentlichen Zwergenbinge findet sich kein Krümelchen Moos oder Flechte oder Pilz auf dem Fels - dann riecht dort nicht viel. Und dann wird die Nase über die Jahre empfindlich. Und wenn man, wie Thorgrom, mit einer Nase gesegnet ist, die Durin dem Unsterblichen zur Ehre gereichen würde, dann verstärkt dies die Geruchswahrnehmung weiter. Nimmt man nun einmal an, dass ein solcher Zwerg nun den Aromen einer duftenden Blumenwiese an der Erdoberfläche ausgesetzt ist, oder den seltsamen Gerüchen eines Menschendorfs mit all seinen Tieren, dann kann man sich vorstellen, was das für eine Erfahrung für ihn ist.
Und nun stelle man sich ein jahrhundertealtes Schlachtfeld vor. Malerisch in einem torfig-morastigen Moor gelegen. Feucht und neblig. Übersät mit Leichen. Voll von Orks und Barghests. Und mitten darin der Zwerg mit der großen Nase...Thorgroms Laune bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

Dass die Menschen darauf bestehen, ihre Städte komplett oberirdisch anzulegen, ist befremdlich genug. Aber warum das Königreich Arthedain seine Hauptstadt Fornost mitten über eine Wasserader inmitten eines Moors gesetzt hat, übersteigt das Verständnis eines einfachen Zwergs. Nichtsdestotrotz sitzen Thorgrom und seine Gefährten an diesem Abend inmitten besagter Ruinenstadt mit dem Feuchtigkeitsproblem und dem unverkennbaren Aroma um ein Lagerfeuer. Das Lagerfeuer zu entzünden erforderte bereits die ganze Geschicklichkeit von Jägerin Gimwen und auch wenn Thorgrom der Meinung ist, dass das Feuer ein wenig nach feuchtem Barghestdung riecht, so sitzt er doch nahe an den Flammen und wärmt sich die alten Knochen, während er die Ork- und Bilwissreste von Dorn und Kanten seines mächtigen Schildes kratzt. Neben Gimwen und Thorgrom sitzt auch Khazador der Barde am Feuer und summt eine alte Ballade vor sich hin. Sie handelt vom Bau Khazad-Dûms und Thorgrom kennt sie noch gut aus seiner Kindheit. Ihnen gegenüber hockt Hauptmann Leondir, ein Mann aus dem Süden und ein alter Freund Gimwens. Und dann ist da noch der alte Jolan, der fast nie ein Wort spricht. Er ist Leondirs Adjudant und Bannerträger. Und für einen Menschen ist er verdammt nochmal zu alt für sowas! Er hat sie heute bereits zwei Mal in Schwierigkeiten gebracht, weil er halb Fornost aufgeschreckt hat. Thorgrom wird Leondir zur Seite nehmen müssen und ein Wörtchen mit ihm reden. Jolan sollte hier umkehren und im Lager der freien Völker vor den Toren auf ihre Rückkehr warten. Khazador hatte seine Lied beendet, Stille kehrte ein in der zugigen Ecke der Ruine, in der sie ihr Lager aufgeschlagen hatten. Thorgrom schloss die Augen und dachte über den heutigen Kampf nach.

Vom Hauptlager draussen hatten sie sich ihren Weg durch Orks und Bilwisse bis zur äußeren Ringmauer der Feste freigekämpft. Auf die ersten Schatten hatten waren sie dann in einem Morast getroffen, der vor dem Eingang zu einem alten Gewölbe lag. Die Schatten verbreiteten eine schreckliche Stille, Thorgroms Schlachtrufe waren ebenso verstummt, wie Leondirs knappe Befehle und Khazadors zwergische Schlachtweisen. Und natürlich hatte es wieder gestunken, obwohl die Schatten ja eigentlich nicht verwesen können. Dieser ganze verdammte Ort stinkt immer und überall! Nachdem sie sich der Schatten entledigt hatten und das Kellergewölbe betraten, wurde offensichtlich, dass Fornosts Feuchtigkeitsproblem weit größere Ausmaße hatte, als das bischen Schlamm draussen. Alles stand hier unter Wasser, und wieder sahen sich sich grausamen Schatten gegenüber. Hier trafen sie auch auf den ersten der vier Wächter der Morgulklingen, derentwegen sie hier waren.

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Die Kreatur hatte der mittlerweile kampfgestählten Gruppe nicht viel entgegenzusetzen und musste sich bald von der ersten Morgulklinge trennen. Wieder hinaus führte der Weg in Richtung des inneren Ringwalls und tiefer hinein nach Fornost. Hinter jeder Biegung lauerten Orks, Bilwisse und Trolle, doch für die Gefährten gab es nun kein zurück mehr.

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Als sie schließlich den ersten Turm der inneren Festung betraten, sahen sie, dass auch dieser Teil der Anlage vollständig von Bilwissen und Trollen eingenommen war. Wie ein garstiger Wintersturm, der durch die geöffnete Tür ins Haus dringt stürmte die Gruppe gegen die Trollhorden an. Thorgrom stand bald knietief in Trollüberresten und Stockwerk um Stockwerk kämpften sie sich nach oben.

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Schließlich, als sie den höchsten Teil des Turms erreicht hatten, sahen sie sich mit dem nächsten Klingenwächter konfrontiert. Beschützt wurde er von mächtigen versteinerten Trollwächtern, die er nach und nach zum Leben erweckte um sie gegen die rasende Wut unserer Gefährten in den Tod zu schicken. Es nutzte ihm nichts, denn am Ende fiel auch er, und die nächste Morgulklinge war erbeutet. Und noch etwas hatte er bei sich getragen. Einen vortrefflichen schweren Schild, nicht besonders groß, aber ganz aus hartem Stahl gefertigt, stark und aufwändig verziert mit den Symbolen des nördlichen Königreichs der Menschen. Thorgrom weiß nicht, wem dieser Schild einst gehörte, aber er nahm ihn an sich und führt ihn nun, um Fornost zu befreien.

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Zwei Morgulklingen und Thorgroms neuen Wächterschild im Gepäck bahnten sich die Gefährten dann noch einen Weg durch die Orks, die am Ausgang des Turms Stellung bezogen hatten, bis sie einen Platz fanden, an dem sie ein halbwegs gut zu sicherndes Nachtlager aufschlagen konnten.

Thorgrom öffnete die Augen wieder. Ein kurzer Blick in die Runde, ein Nicken und während sich die Anderen um das Feuer herum legten, um ein wenig zu ruhen, stand Thorgrom auf, drehte sich vom Feuer weg und übernahm die erste Wache. Der Gestank von Morast, Fäulnis und Ork stieg ihm langsam in die Nase.

 
Kommentare (3)
1 Dienstag, 29. April 2008 00:19
Galthal Eiliant
Wieder einmal ein sehr schöner Bericht :) Dein Schreibstil ist wunderbar zu lesen und garniert mit den Bildern. Top!
2 Samstag, 03. Mai 2008 15:18
+Markus
Danke für die Blumen. Freut mich, einen treuen Leser gewonnen zu haben, auch wenn Teil 2 der Fornostgeschichte noch auf sich warten lässt.
3 Freitag, 09. Mai 2008 19:59
Galthal -ab jetzt- Tawarhasta
*verbeugt sich tief* Es ist mir jedes Mal eine Freude hierhin zurückzukehren :)

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