Der Wall aus Stahl
Dichtkunst
Geschrieben von: Markus   
Donnerstag, 26. Juni 2008 15:44

Ein Gast ist in die Hallen von Axt und Krug gekommen! Aus dem Auenland besucht uns Joenas und er ehrt unsere Gastfreundschaft mit einem Lied. Doch lest selbst:

"Zwischen einem Haufen von Himbeer-, Brombeer- und Blaubeertörtchen entstand vor einem knappen Mond eine für einen Hobbit meines Erachtens bemerkenswerte lyrische Leistung.

In Erinnerung der Erzählungen meines Vetters 3. Grades Joephiruk, den ich einst im Landstrich 'Maiar' traf, habe ich diese zusammengefasst und nun fertiggestellt. Einst fragtet Ihr, ob Ihr dieses Lied in Euren Hallen singen könnt ... es wäre mir eine Ehre, wenn die Gedanken eines Hobbits, zusammengestellt in seiner Höhle, zur Unterhaltung des ehrwürdigen Volkes unter den Bergen gesungen würden."

Der Wall aus Stahl

Im feuchten Gras ein stählerner Fuss,
Die Hand am Speer zum tödlichen Gruß,
Ein Wall aus Metall im fahlen Licht,
Unter dem Helm ein grimm'ges Gesicht!

Dort wo des Auges Blick hin endet,
Dorthin wo kein Schrei mehr reicht,
Ein Baum sich langsam gen Boden wendet,
Staubige Luft der klaren weicht.

Das Bein umwickelt aus kaltem Stahl,
Der Arm unter Platten von grosser Zahl.
Die Schulter umgeben von blauer Hülle,
Der Rücken beringt von metallener Fülle.

Das Stampfen im Staub ist nun auch zu hören,
Die Tiere des Waldes ergreifen die Flucht,
Auch Stämme können die Keule nicht stören,
Der Anblick erscheint fast wie lähmende Sucht.

Der Wall aus Stahl, er scheint zu beben.
Sein großer Schild, gen Feind zu streben.
Der Atem des Kriegers ist deutlich zu sehen,
Sein Speer, der scheint nach FLEISCH zu flehen.

Dann ist er da ...
Der Troll schlägt zu ...
Die Keule pfeift ...
Ein Ruf ertönt ...

Der Wall aus Stahl reckt hoch das Schild,
Der Speer stößt vor - schnell, flink und wild.
Die Macht der Keule dem Stahl nicht gewachsen,
Das Ende begleitet von lautem Kracksen.

Die Spitze durchdringt die ledrige Haut,
Der Schild knallt auf Knochen - nicht fein - sondern laut.
Der Troll, er schwankt vor dem stählernen Stoss,
Den Kontakt zur Erde, den ist er jetzt los.

Die Ruhe kehrt ein, das Gras ist nun nass,
der Troll liegt still - verdreht - totenblass.
Der Wall aus Stahl, trotz getaner Pflicht,
trägt noch immer: Ein grimm'ges Gesicht!
 

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