Ha! Nimm dies, Hügelgrab!
Aus dem Leben von Thorgrom
Geschrieben von: Markus   
Mittwoch, 26. März 2008 17:06

Schmach kann einen Krieger auffressen, schneller als ein Barghest oder ein Warg. Thorgrom hatte bereits einen erfolglosen Vorstoß ins große Hügelgrab von Othrongrod hinter sich. Und diese Schmach musste getilgt werden! "Was ein Einzelner nicht allein vermag, können Gefährten gemeinsam vielleicht erreichen", so sagen doch die Sippenschreiber in den Tavernen und Rathäusern immer. Also scharte Thorgrom an diesem Tage zwei treue Gefährten um sich: Khazador, ein guter Kämpfer und ein noch besserer Barde; und Gimwen, die Jägerin mit dem tödlichen Bogen, mit der Thorgrom schon durch viele Gefahren und Abenteuer gegangen war. Der blasse Mensch in Bree wollte, dass sie zwei Schlüsselhälften fanden, um in die tiefste Kammer zu gelangen und den obersten der Unholde zu vernichten. Soll er kriegen, gemeinsam würden sie dieses stinkende Grab leeren und ihrem Auftraggeber seinen Wunsch erfüllen!

"Bei Mahals Hammer, macht Euch bereit, Ihr Unholde!" - als sie sich dem Eingang von Othongrod näherten wurde immer mehr spürbar, das Thorgrom die Sache inzwischen sehr persönlich nahm. Seine Axt gierte nach Unholdschädeln und mit seinem neuen riesigen schweren Schild aus stahlbeschlagenem Eichenholz würde er die Aridmanen genauso zermalmen, wie die lästigen Spinnen! Kaum hatten Sie die Tunnel betreten, stürmte Thorgrom in die erste Grabkammer, wild seine Axt schwingend.

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Noch bevor der Klang der ersten lächerlichen Drohung der Unholde verhallt war, waren sie bereits in Stücke geschlagen. Schnell und gnadenlos kämpften sich die Gefährten tief in das Grab vor, bis sie vor den ersten beiden Schlüsselwächtern standen. Diese hatten der geballten Wut nichts entgegenzusetzen und bald herrschte wieder Grabesstille in der großen Kammer, wie es sich für ein Grab gehört.

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Den zweiten Schlüssel würden sie in Thadurs Kammer finden, also machten sie sich auf in Richtung der schleimigen grünen Katakomben, die Thorgrom bereits kannte. Als sie die Kammer betraten, stockte Thorgrom. Thadur - oder zumindest etwas ebenso abstoßendes, verwesendes - war zurück. Diese verdammten Untoten wird man eben nie ganz los. Diesmal hatte der Schleifer aber keine Chance. Er wurde niedergestreckt samt seinen aufgedunsenen Helfern und die Gefährten entrissen ihm die zweite Schlüsselhälfte.

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Der Weg in Richtung der letzten und tiefsten Kammer führte durch Horden von Riesenspinnen und Kriechern, doch vermochten diese kaum, den Durchmarsch der zornigen Gruppe auch nur zu verlangsamen.

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Ein weiteres Mal sah sich Thorgrom den Horden von Aridmanenkriegern gegenüber, aber diesmal war er ja nicht allein gekommen. Zwischen Khazadors Schlachtgesängen, der Wucht seiner Keule, Gimwens Pfeilhagel, Thorgroms wütenden Axthieben und der Wucht seines mächtigen Schildes wurden die lebenden Toten zermahlen, wie Korn unter dem Mühlstein!

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Immer weiter und tiefer drangen die Tapferen vor, bis sie schließlich vor der Tür zur letzten Kammer standen. Thorgrom blickte unter der Stirnplatte seines reich verzierten Zwergenhelms hervor seine Kampfgefährten an, und die kalte Entschlossenheit mit der sie seinen Blick erwiderten bedurfte keiner weiteren Worte. Sie waren alle drei erfahrene Krieger und mit diesem einen Blick hatten sie sich gegenseitig versichert, dass sie bereit waren. Gimwen hatte ihren Bogen bereits angesetzt und die Sehne gespannt, als Khazador den Schlüssel ins Schloss steckte und die Tür entriegelte. Mit einem gewaltigen Tritt sprengte Thorgrom die uralten Türen auf, und noch ehe sie ganz aufgeschwungen waren hallte der Kampfschrei der beiden Zwerge in die Dunkelheit: "Khazâd ai-menu!".
Sie wurden bereits erwartet. Sambrog, der tote König der Toten, der dieses Schreckensreich unter der Erde regierte, stand in der Mitte einer großen, hohen Kammer. Böse funkelte es hinter der uralten Zeremonienmaske und das Schlagen der knochigen Gliedmaßen gegen die alten Rüstungsteile hallte gespenstisch von den Wänden wieder, als Sambrog auf die Gefährten zutrat. Doch Khazadors zwergischer Schlachtgesang übertönte bald das Klappern und das böse röchelnde Keuchen Sambrogs. Furchterregend waren die Schläge seines Kriegshammers, aber sie fanden keinen Weg vorbei an Thorgroms Schild und Gimwens Pfeile suchten ihr Ziel mit tödlicher Präzision. Lang währte der Kampf, doch der gerechte Zorn der drei Gefährten entfesselte fast übermenschliche Kräfte in ihnen und als Sambrog gerade zu einem besonders vernichtenden Hieb ausholte, traf ihn die geballte Macht der drei Kämpfer zeitgleich und mit einem grässlichen Rasseln fiel der skelettartige Körper in sich zusammen.

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Sambrog war besiegt und zurück blieb nur die Zeremonienmaske, aus der bis heute langsam gespenstischer Rauch emporsteigt. Das Hügelgrab war geläutert, Thorgroms Schmach überwunden und ihr Auftraggeber in Bree zufrieden. Eriador war wieder ein bischen weniger dunkel geworden und für Thorgrom blieb nur noch, seine Rüstung zu putzen und zu fetten, die Säcke und Bündel mit Beute bei den Händlern in Bree zu verkaufen und dann noch auf ein Bier in eine der Tavernen zu sitzen - oder lieber nochmal die Rüstung nachzufetten. Und dann ein Bier zu trinken. Oder zwei.

 
Kommentare (2)
1 Sontag, 30. März 2008 14:03
Galthal Eiliant
*Reicht dem Zwerg noch ein zusätzliches frischgezapftes Frühlingsbier* "Vielen Dank, Herr Zwerg, für das Auffrischen einer schon fast verlorengegangenen Erinnerung."
OOC: Meine Güte, das große Hügelgrab ist bei mir schon so lange her. Meine erste große Gruppenaktion, schweissnasse Hände die kaum die Maus halten konnten und drei Tassen Kaffee intus um ja auf Zack zu sein :D Da bekommt man ja nichts von dem Ort und der Geschichte mit und darum freu ich mich so über den wunderbar geschriebenen Bericht und werde beizeiten auch nochmal die "frühen" Orte aufsuchen. Alles mal entspannter angehen lassen :). Vielen Dank für die Anregung.
2 Dienstag, 04. August 2009 11:54
Thrormurduin
hm, ja, da geh Ich immer mal wieder rein, mittlerweile auch alleine...

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